Barrierefreies Wohnen für mehr Komfort zu Hause.

Was bedeutet eigentlich barrierefreies Wohnen? Welche Konzepte erleichtern und steigern die Lebensqualität zu Hause? Welche Möglichkeiten gibt es in Elektronik, Gerätesteuerung und Beleuchtungskonzepten?

Barrierefreies Wohnen bedeutet, Räume und Außenbereiche für alle Menschen bequem erreichbar, begehbar und nutzbar zu machen. Hierbei geht es den Bedürfnissen möglichst aller Menschen nachzugehen. Die VDI-Richtlinienreihe 6008 definiert Barrierefreiheit, wie folgt: „Barrierefreiheit bedeutet, dass Liegenschaften und deren Technische Gebäudeausrüstung von Menschen in jedem Alter und mit jeder Mobilitätseinschränkung oder Behinderung betreten oder befahren und selbständig sowie weitgehend ohne fremde Hilfe benutzt werden können und damit individuelle Potentiale zum selbstständigen Handeln nicht einschränken.“ Dennoch ist dies besonders für Menschen mit Gebehinderungen und für ältere Menschen essentiell. Deshalb müssen Räume eine gewisse Standardgröße aufweisen und dürfen nicht zu klein, verwinkelt oder zu eng sein. Neben der allgemeinen Wohnraumaufteilung sollte auch auf eine barrierefreie Wohnausstattung geachtet werden. Diese konzentriert sich hauptsächlich auf die passende Elektronik, Gerätesteuerung und effiziente Beleuchtungskonzepte. 

Unterstützung dank Ambient Assisted Living (AAL)

Der Ambient Assisted Living (AAL) ist ein unauffälliges Tool, dass seinen Benutzern einen barrierefreien Lebensraum schafft. Durch die automatische Steuerung, die nutzenorientierte Überwachung und das automatische Eingreifen im Gefahrenfall ist der AAL unabdingbar in der barrierefreien Wohnraumgestaltung. 

Anforderungen an barrierefreie Elektrotechnik.

Effiziente Elektrotechnik muss an auf den Anwendungskontext des Nutzers zugeschnitten werden. Das heißt auf dessen Alter, Abläufe, Fähigkeiten, Denk- und Arbeitsweisen. Bestehen Beeinträchtigungen in der Mobilität, der visuellen oder auditiven Wahrnehmung können gezielte Hilfsmittel integriert werden. Das sind beispielsweise spezielle Sensoren, zusätzliche Funkschalter, optische Anzeigen und akustische Signale. Falls der oder die BewohnerIn Eigentümers eines elektronischen Mobiles ist, wie eines Elektrorollstuhls, besteht hier zusätzlicher Bedarf eines geeigneten Ortes für die Ladung des Mobiles. Auch eine Türkommunikationsanlage darf in einem barrierefreien Haushalt nicht fehlen. Diese erleichtert Anwendern die Kommunikation mit möglichen Besuchern und sorgt für mehr Sicherheit. Dabei sollte grundsätzlich eine Videotürsprechanlage in Betracht gezogen werden, da dies die Kommunikation durch das Erkennen der Gesten und Lippenbewegungen erheblich erleichtert. Darüber hinaus muss für Menschen mit kognitiven Einschränkungen eine Sicherheitszentrale eingerichtet werden, bei der die Tür elektronisch geöffnet werden kann. 

Barrierefreie Gerätesteuerung. 

Für mehr Sicherheit und Komfort in der Küche, werden bei der Nutzung von Elektro- oder Gasherden geeignete akustische oder optische Signale angezeigt. Dieses muss vom jeweiligen Nutzer bestätigt werden. Erst wenn der Herd manuell ausgeschaltet ist, besteht die Möglichkeit den Herd wieder einzuschalten. Falls die Bestätigung nicht erfolgt, wird der Herd automatisch abgeschaltet. Auch weitere Geräte, wie die Kaffeemaschine, Fernseher oder andere Elektrogeräte, sollten beim Verlassen des Gebäudes oder Raums zentral durch einen Schalter abschaltbar sein. Idealerweise ist dieser Schalter neben der Eingangstür platziert. Bei Nutzern mit erhöhtem Sicherheitsbedürfnis können zudem spezielle Panikschalter eingerichtet werden. Diese lösen im Gefahrenfall gezielte Aktionen aus. Ebenfalls Sanitärräume sollten mit Notrufsystemen ausgestattet werden. Speziell die Dusche stellt eine große Herausforderung dar, hier ist es sinnvolleinen Notrufschalter zu platzieren. Ein Notruf kann dann direkt zu der jeweiligen betreuenden Person weitergeleitet werden. 

Effiziente Beleuchtungskonzepte für mehr Sicherheit. 

Hinreichend beleuchtete Räumlichkeiten sind das Minimum barrierefreien Wohnens. Angemessene Beleuchtung ist für viele Tätigkeiten erforderlich und dient als Gefahrenreduzent. Mit Hilfe von Beleuchtungskonzepten können beispielsweise Stürze verhindert werden. Besonders eignen tuen sich sogenannte Dimm-Leuchten, diese können individuell angepasst werden. Drehdimmer sind dabei die gängigste Methode, da diese in der Handhabung leicht zu bedienen sind. Eine Alternative sind die sogenannten Touchdimmer. Touchdimmer bieten die Möglichkeit die gewünschte Helligkeitsstufe direkt einzustellen. Darüber hinaus können akustische Signale Rückmeldungen über die eingestellte Helligkeitsstufe geben. Eine dynamische Steuerung der Farbtemperatur des Lichts unterstützt zusätzlich den Biorhythmus des Nutzers. Darüber hinaus helfen Steckdosen mit integriertem LED-Orientierungslicht bei dem Zurechtfinden, da diese den Bodenbereich dezent beleuchten. Besonders im Flur, Treppenhaus oder Keller sind solche Leuchten von Vorteil und könne grundsätzlich durch Automatikschalter eingeschaltet werden.